Love it, change it oder leave it!

Dein Job frustriert dich? Du machst zu viele Überstunden, deine Kollegen nerven, du hast ständig Streit mit deinem Chef, dein Gehalt ist zu niedrig oder du bist einfach allgemein unzufrieden? Dann lautet dein neues Motto ab heute: Love it, change it oder leave it.

 

Wenn wir mit einem unserer Lebensbereiche, z.B. unserem Job, unzufrieden sind, dann ärgern wir uns meistens oder sind einfach traurig darüber, dass es nicht so ist, wie wir es uns wünschen. Bringt uns das langfristig weiter? Leider nein. Nach einiger Zeit ärgern wird mir immer klar, dass es absolut nichts bringt und mir einfach nur Energie kostet verärgert zu sein oder jemand anderem die Schuld an meinem Unglück zu geben. Denn dadurch wird sich nichts ändern und ich bleibe unzufrieden. Dann rufe ich mir in Erinnerung, dass wir in jeder ärgerlichen Situation immer die Wahl zwischen genau 3 Alternativen haben: Entweder wir finden uns damit ab, dass es so ist wie es ist und machen das Beste draus (love it), versuchen die Situation zu ändern (change it) oder wir ziehen weiter (leave it).

 

Dieses Prinzip ist so einfach und oft ist allein das gedankliche Durchgehen deiner Optionen schon eine schnelle Glückshilfe, die dich aus deinem Frust befreit und dich wieder ins Tun bringt. In machen Situationen ist es aber deutlich schwieriger und kostet uns mehr Kraft und Mut. So klappt es:

 

LOVE IT

Klar, das Beste in jeder Situation ist es, sie zu lieben. Leider ist das aus den unterschiedlichsten Gründen manchmal einfach nicht der Fall. Ich habe meinen letzten Job als Produktmanagerin für Babyprodukte zum Beispiel sehr lange geliebt. Es hat mir unheimlich viel Spaß gemacht zusammen mit meinem Team Schnuller zu entwickeln und ich hab mein ganzes Engagement da rein gesteckt. Je größer mein Erfahrungsschatz wurde, desto mehr hab ich mir gewünscht größeren Freiraum in meiner Arbeit zu bekommen, Dinge selbst entscheiden und ausprobieren zu können. Stattdessen bin ich mir auch nach Jahren motivierter Arbeit kontrolliert vorgekommen und angekündigte Beförderungen wurden nicht ausgesprochen. Wie du dir denken kannst, hat mich das sehr frustriert. "Love it" war nicht mehr erfüllt.

 

CHANGE IT

Wenn wir eine Situation nicht mehr lieben, dann können wir versuchen sie zu ändern. Hier geht es darum möglichst viele Ideen zu sammeln, was wir umsetzen können, um eine Verbesserung zu bewirken. Vielleicht gibt es eine Chance innerhalb der Firma zu wechseln, wenn dir dein Tätigkeitsfeld nicht mehr gefällt. Du kannst um neue Projekte bitten, um eine Gehaltserhöhung oder einen Home-Office Tag in der Woche. Vielleicht fühlst du dich wieder wohler, wenn du an manchen Tagen später ins Büro kommst und ausschlafen kannst, deine Kollegen mal privat auf ein Bier triffst, eine Weiterbildung machst oder dein Büro freundlicher gestaltest? In meiner Situation hab ich mich dazu entschieden, meiner Chefin Feedback zu geben. Ich hab mir gedacht, vielleicht weiß sie ja gar nicht, dass ich mir mehr Freiraum und mehr Eigenverantwortung in meiner Arbeit wünschen würde.

 

LEAVE IT

Wenn alles, was du ausprobiert hast, nichts gebracht hat oder keine Veränderungen in deiner Situation möglich sind, dann hast du immer noch die Wahl die Situation komplett zu verlassen. Du kannst kündigen, auf Bildungskarenz gehen, dir einen neuen Job suchen, dich selbstständig machen oder unbezahlten Urlaub nehmen und eine Zeit lang reisen. Du denkst dir: Klingt ja alles nett, aber wie soll ich das anstellen? So viel Geld hab ich nicht, ich hab Kinder, zahle einen Kredit zurück und mein Dienstauto müsste ich auch zurückgeben. No way, keine Lust auf Experimente!  Dann entscheidest du dich wahrscheinlich dafür in deinem Job zu bleiben, weil dir deine finanzielle Sicherheit (momentan) wichtiger ist. Das Coole dran ist, dass dir genau in dem Augenblick deiner Entscheidung bewusst wird, was du an deinem Job alles magst. Und das bringt dich direkt wieder zurück zu "Love it". Vielleicht denkst du dir jetzt: Hey, mein Job ist doch voll okay, warum mach ich nicht einfach das Beste draus und ändere meine Einstellung?  Genau das Gleiche ist bei mir auch passiert. Der Gedanke daran meinen Job aufzugeben, hat zunächst dazu geführt, dass mir plötzlich wieder all die positiven Dinge und Vorteile an meinem Job bewusst geworden sind: Ich entwickle coole Produkte, die ich ethisch vertreten kann. Ich habe super liebe Arbeitskollegen. Meine Projekte sind abwechslungsreich. Die Arbeitszeiten sind okay, so dass mir nebenbei noch Zeit und Energie für meine Ausbildungen zur Mentaltrainerin und zum Coach bleibt. Also bleibe ich noch und mache das Beste draus.

 

Grafik in Anlehnung an Flussdiagramm auf karrierebibel.de
Grafik in Anlehnung an Flussdiagramm auf karrierebibel.de

 

Egal, wie du dich entscheidest, beim Durchdenken deiner Optionen ist dir bewusst geworden, dass du die Wahl hast. Du bist nicht mehr Opfer deiner Situation, als das du dich vielleicht vorher gefühlt hast. Du hast deine Entscheidung bewusst getroffen, zum Beispiel in deinem Job zu bleiben. Das ist ein ganz wesentlicher Unterschied!

 

Die einzelnen Phasen können öfter durchlaufen werden und brauchen unterschiedlich viel Zeit. Wenn wir unseren Job aufgeben wollen, dann machen wir das ja meist nicht von heute auf morgen, sondern es ist ein längerer Entscheidungsprozess. Zumindest war es bei mir so :-) Lange Zeit war mir der Preis zu hoch, den ich dafür zahlen hätte müssen, meinen sicheren Job aufzugeben und meine Träume zu verwirklichen. Und da waren auch viele ängstliche Gedanken mit ihm Spiel: Ich bin jetzt 30 geworden. Was ist, wenn mich dann kein Unternehmen mehr einstellen will, weil sie Angst haben, dass ich bald schwanger werde? Was passiert, wenn ich mich selbstständig mache und scheitere?  Nach monatelangem hin und her überlegen, das mich viel Kraft und Sorgen gekostet hat, habe ich meine Entscheidung getroffen. Ich habe mir gedacht: Wenn ich von einer Sache wirklich begeistert bin, warum sollte ich dann nicht einen Weg finden, damit meinen Lebensunterhalt zu verdienen? Also hab ich all meinen Mut zusammengenommen und meiner Chefin gesagt, dass ich auf Bildungskarenz gehen will, um meine Ausbildung als Lebens- und Sozialberaterin abzuschließen. Seitdem habe ich diese Entscheidung keine Sekunde lang bereut. Im Gegenteil, seitdem ich meine Energie wieder auf eine Sache fokussieren kann, sprudeln die Ideen nur so aus mir heraus und Glückskompetenz.at ist entstanden.

 

Du steckst in einer ähnlichen Situation? Bist mit deinem Job unzufrieden? Weißt nicht, ob du bleiben oder den Job wechseln sollst? Hast schon länger eine Idee, die du gerne verwirklichen möchtest, traust dich aber nicht? Du brauchst eine Entscheidungshilfe, einen Anstoß oder möchtest einfach deine Gedanken mal wieder ordnen, um dein Jobglück zu finden? Dann komm doch zu einem Jobglück-Training.