Raus aus der Grübelfalle

Ab und zu steckt jeder mal in der Grübelfalle fest
Ab und zu steckt jeder mal in der Grübelfalle fest

Kennst du dieses Gefühl, wenn sich deine Gedanken im Kreis drehen, du alles in Frage stellst, an dir selbst zweifelst und du trotz stundenlangem Grübeln zu keiner Lösung kommst? Mir ist es letzte Woche so gegangen. Meine Gedanken haben sich immer wieder um die gleichen negativen Dinge gedreht, sie von jedem Blickwinkel beleuchtet, sie hinterfragt und trotzdem bin ich zu keinem Ergebnis gekommen, sondern in einer Sackgasse aus Fragen steckengeblieben. Mich kostet diese Art von Grübeln viel Energie und das beständige Grübeln zieht mich runter. Irgendwann bin ich dann nur noch genervt von meinen ruhelosen Gedanken, die mich daran hindern wieder das große Ganze zu sehen, ausgeglichen und zuversichtlich zu sein.

 

Obwohl ich weiß, dass endloses Grübeln negative Gefühle um ein Vielfaches multiplizieren und es absolut keinen Sinn macht, bin ich trotzdem immer weiter in die Grübelfalle gerutscht. Der Fakt, dass mir das alles in Theorie ja wunderbar bewusst ist und ich trotzdem nichts dagegen unternehme, hat mich noch mehr geärgert und mich noch weiter in die Negativspirale reingezogen. Und je tiefer wir in der Negativspirale sind, desto mühsamer ist es wieder rauszukommen. Das weiß ich natürlich auch. Ganz schön verzwickt.... Aber irgendwann hab ich mir dann gedacht, wozu beschäftige ich mich seit Jahren mit mentalen Techniken, wenn ich dann nichts davon anwende, wenn es drauf ankommt. Ist doch bescheuert ;-) Plötzlich konnte ich wieder über mich selbst lachen und bin ins Tun gekommen. Das sind die Methoden, die ich angewandt habe, um mich aus meiner Grübelfalle zu befreien:

 

Mit diesen Methoden befreist du dich aus deiner Grübelfalle
Mit diesen Methoden befreist du dich aus deiner Grübelfalle

1. Bewusstwerdung

Der erste Schritt ist, dass du dir überhaupt bewusst wirst, dass du grad im schädlichen Teufelskreis des Grübelns feststeckst und erkennst, dass deine endlosen Gedanken zu nichts Gutem führen und dich nicht weiterbringen. Mit dem 2-Minuten-Test, kannst du erkennen, ob du noch nachdenkst oder schon grübelst: Verfolge deine Gedanken 2 Minuten lang weiter und frage dich danach: Bin ich schon einer Lösung näher gekommen? Habe ich etwas verstanden, was mir vorher nicht klar war? Fühle ich mich positiver als vorher? Wenn du keine der 3 Fragen mit ja beantworten kannst, dann grübelst du wahrscheinlich. Bei mir gabs auf alle Fragen ein nein. Zeit also mich meiner Grübelfalle zu stellen.

 

2. Gedanken sind nur Gedanken und nicht die Realität

Du bist mehr als deine Gedanken, schon alleine durch die Tatsache, dass du deine Gedanken beobachten kannst. Indem ich mir das bewusst gemacht habe, bin ich zunächst einmal im Geiste einen Schritt von meinem Gedankenstrom zurückgetreten. Oft hilft schon diese innere Distanzierung, um eine neue Perspektive zu erlangen. Mit ein bisschen Übung lernst du deine Gedanken einfach nur als Gedanken zu akzeptieren und sie auch so zu benennen. Bevor du einen negativen Gedanken zulässt, kannst du dir z.B. denken: "Ich habe gerade den Gedanken, dass...." Du kannst dir auch vorstellen, dass deine belastenden Gedanken wie Wolken sind, die am Himmel weiterziehen oder du setzt deine negativen Gedanken imaginär auf schwimmende Blätter und lässt sie langsam am Wasser davonschwimmen.

 

3. Ablenkung, Ablenkung, Ablenkung

So banal es  auch klingt, am besten funktioniert bei mir jede Form von gesunder Ablenkung mit dem einzigen Ziel meine Laune zu verbessern. Ich tue etwas, das meine Aufmerksamkeit vollkommen in Beschlag nimmt und meinen Geist buchstäblich von lästigen Gedanken befreit.  Such dir einfach eine Aktivität aus, die dir Freude macht, geh joggen, lies ein Buch, triff Freunde. Mach irgendwas - Hauptsache es hält dich vom Grübeln ab. Am Wochenende war ich zum Beispiel im Wald bei meinen Großeltern Schwammerl suchen. Aber Achtung: Ich habe extra gesunde Ablenkung geschrieben. Alkohol, Drogen, übermäßiges Essen, traurige Lieder in Dauerschleife anhören oder gewaltreiche Filme anschauen sind Ablenkungsmanöver die dir mehr schaden als nützen.

 

4. Expressives Schreiben

Mir hilft es auch meine Gedanken niederzuschreiben, anstatt weiter über ein Thema zu grübeln. Suche dir einen ruhigen Ort, an dem du ungestört bist und los geht's. Schreibe am besten mindestens 20 Minuten lang und denke dran: Du schreibst nur für dich, ganz ohne Zensur. Wenn ich meine Gedanken aufschreibe, dann fällt es mir viel leichter Schlüsse zu ziehen und Ordnung in mein Gedankenwirrwarr zu bringen.

 

Wichtig ist: Ab und zu Grübeln ist vollkommen normal und menschlich. Du darfst Grübeln und ich auch. :-)

Und wenn du dann keine Lust mehr auf Grübeln hast, dann weißt du jetzt, was du dagegen machen kannst.

Ich freue mich, wenn du mir schreibst, welche Erfahrungen du gemacht hast und mit welchen Methoden du negative Gedanken vertreibst. Schreib mir auch gerne, wenn du Fragen hast oder Unterstützung brauchst, um deine Grübelfalle zu verlassen.  

 

Deine Katharina