Biologisch unglücklich?

Entwickle positive Emotionen und programmiere dein Gehirn auf Glück
Entwickle positive Emotionen und programmiere dein Gehirn auf Glück

Biologisch bedingt erleben wir negative Gefühle intensiver als positive. Unangenehme Gefühle werden außerdem auch leichter ausgelöst. Evolutionstechnisch ein Erfolgsmodell, da Gefühle wie Angst, Trauer und Wut unsere Vorfahren dazu brachten, beim leisesten Rascheln im Gebüsch die Jagdbeute zu vergessen und sich in Sicherheit zu bringen. Aber noch heute scheuen wir Risiko stärker, als wir Glück suchen. Der Mensch ist also eher auf die Erfahrung von Unglück gepolt als auf den Genuss von Glück. Wir empfinden Ärger und Niedergeschlagenheit schneller und heftiger als Freude. Unglück kommt demzufolge von alleine, um das Glück dagegen müssen wir uns bemühen.

 

Die Gehirnforschung zeigt zudem, dass positive und negative Gefühle von unterschiedlichen Systemen erzeugt werden. Diese können miteinander, nebeneinander und gegeneinander arbeiten. Das bedeutet, dass schlechte Gefühle gute Gefühle nicht ausschließen, vielmehr können sie nebeneinander bestehen. Dadurch, dass die Hirnsysteme für negative und positive Empfindungen miteinander verbunden sind, kann ein gutes Gefühl schlechte Gefühle sogar verhindern und umgekehrt. Wie oft hast du schon erlebt, dass ein Streit am Abend deine Zufriedenheit mit deinem wunderschönen, erfolgreichen Tag verderben kann. Oder, dass ein wenig Freude umgekehrt deine Niedergeschlagenheit verjagt. Zum Beispiel wenn du einen mühsamen, nervigen Vormittag im Büro hattest und es dann in der Kantine dein Lieblingsgericht gibt. 

 

Die unterschiedlichen Systeme bedeuten aber auch, dass es keineswegs genügt, einfach nur frei von Leid zu sein, um sich gut zu fühlen. Ein Leben ohne Leid, führt also nicht automatisch zu Glück. Für deine Glückskompetenz bedeutet das, dass es nicht alleine genügt dich von deinen negativen Emotionen zu befreien, sondern darüber hinaus kommt es entscheidend darauf an, positive Emotionen zu entwickeln. Sie erweitern deinen Denk- und Lösungsraum, indem sie dafür sorgen, dass dir mehr Handlungsoptionen einfallen und dir zu größerer Offenheit für neue Ideen und Erfahrungen verhelfen. Ebenso wie negative, entfalten gute Gefühle eine umso stärkere Wirkung, je mehr wir uns mit ihnen befassen. Wenn du also die schönen Momente des Lebens so sehr auskostest, wie nur möglich, programmierst du dein Gehirn auf Glück.